Orthomolekulare Medizin

Applied Kinesiology in der orthomolekularen Medizin

Ein besonders interessantes Anwendungsgebiet in der AK ist die Testung orthomolekularer Substanzen, d.h. Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Enzyme, Aminosäuren usw.
Ein Problem der orthomolekularen Medizin in der Praxis ist, dass häufig für die einzelnen Substanzen keine gesicherten Normwertbereiche existieren, die Messungen häufig zeitaufwendig und teuer sind, gemäß der Symptomatologie des Patienten eine Vielzahl von Substanzen potentiell in Frage kommen und durch all diese Faktoren häufig nicht hundertprozentig sicher ist, was therapeutisch eingesetzt werden soll. Nun ist es so, dass natürlich auch die AK keine hundertprozentige Sicherheit bietet. Allerdings bietet sie zusätzlich zu den normalen orthomolekularen Untersuchungsmethoden einen unschätzbaren Vorteil: Sie ermöglicht es, sofort die Reaktion des Körpers auf eine in Frage kommende Substanz zu testen!

Weitere wichtige Vorteile der AK im Bereich der orthomolekularen Medizin sind:

Identifizierung unverträglicher Medikamentenzubereitungen

Dies ist ein Problembereich bei Patienten mit Allergien bzw. Unverträglichkeiten, klinisch ökologischen Krankheiten, Intoxikationssyndromen u.a..
Häufig ist es nämlich so, dass der Patient die vom Arzt gedachte orthomolekulare Substanz braucht, aber eben nicht in der Zubereitungsform, in der er sie erhält. Vor allen Dingen bei Tabletten und Dragees darf nämlich die pharmazeutische Industrie den eigentlichen Wirksubstanzen eine Vielzahl von Begleitstoffen beimengen, ohne diese für den Patienten genau ersichtlich angeben zu müssen. Bei guter Testung mit AK könnte in so einem Fall zum Beispiel folgendes auftreten: Ein schwacher Testmuskel (z.B. Deltoideus) wird durch eine Vitamin C-Tablette zuerst stark, dann aber, nachdem die Tablette weitere 25–30 sec. im Mund belassen wird, wieder schwach – und nicht nur er, sondern auch alle übrigen Muskeln. Dies erklären wir in der AK so, daß der Körper offenbar zuerst über sein orales Rezeptorsystem die therapeutisch wichtige Substanz (Vitamin C) erkennt, was zur Stärkung des schwachen Muskels führt.

Dann aber registriert der Körper auch die übrigen in der Tablette enthaltenen Substanzen: Beispielsweise könnten dies Lactose, Magnesiumstearat, Macrogol 6000, Talkum, Calciumcarbonat, Methacrylsäure Copolymerisat, Typ A, Polyvidon, Dibutylphthalat, gelbes Wachs, Carnaubawachs, Farbstoffe E110, E124, Geruchsstoffe (Zusatzstoffe eines bekannten deutschen Enzympräparates) sein.

Welcher verantwortungsbewußte Therapeut wird nun dem Patienten diese Dragees verschreiben?

Mitarbeit des Patienten (Compliance)

Im Gegensatz zu allen anderen Diagnoseformen geben wir in der AK therapeutisch eine Substanz, die für den Patienten sicht- und vor allen Dingen fühlbar eine Schwäche positiv beeinflusst hat.
Die Patienten werden deshalb die so gefundenen Therapeutika sicher bereitwilliger und konsequenter einnehmen, als wenn diese nur nach einem kurzen therapeutischen Gespräch oder Laboruntersuchungen verordnet worden wären.
Umgekehrt werden unverträgliche Substanzen eher gemieden, wenn die negative Auswirkung körperlich erfahren wird. Dies ist v.a. bei Kindern wichtig!

Aufdeckung von antagonistisch wirksamen Substanzen und ihre Wirkung auf den Körper

Die meisten in der orthomolekularen Medizin eingesetzten Substanzen haben teilweise auch antagonistische Beziehungen zueinander.
Was heißt das?
Viele wissen, dass z. B. Kalzium und Magnesium in gewisser Weise Gegenspieler sind. Tatsächlich ist es so, dass zwischen allen Mineralstoffen und Spurenelementen gewisse synergistische (d. h. sich gegenseitig unterstützende) und auch antagonistische (gegeneinander wirkende) Beziehungen bestehen. Einige der für den klinischen Alltag häufigsten antagonistischen Beziehungen seien kurz aufgeführt:
Eisen –  Kupfer
Zink –  Kupfer u.v.m.
Da jeder Patient individuell zu sehen ist und andererseits ein gewisser Patient durchaus gleichzeitig an einem Mangel an Kupfer, Eisen und Zink leiden kann, ergibt sich in der Praxis häufig die Frage, wie, wann und wie oft die fehlenden Substanzen gegeben werden sollen.
Die AK kann hier helfen: Hat z.B. ein Patient von der insgesamt als äußerst positiv zu beurteilenden Substanz Zink derzeit eher zuviel zur Verfügung, so würde ein starker Testmuskel durch die orale Gabe von etwas Zink schwach werden. Die durch Zink erzielte Schwäche könnte dann z.B. durch Kupfer, aber auch Eisen ausgeglichen werden. Vor allem bei sehr empfindlichen Patienten ist es so möglich, die Therapie durchaus sogar jede Woche der veränderten Reaktionslage des Patienten anzupassen.

Spürbare Zusammenhänge zwischen Schmerzzuständen, anscheinend orthopädischen Beschwerden und orthomolekularen Heilmitteln

Reinsubstanzen bei Schmerzsyndromen. Es hat sich nämlich gezeigt, daß in den meisten Fällen akut oder chronisch schmerzhafte Muskeln im AK-Test sofort mit einer Stärkung und weitgehenden Schmerzfreiheit reagieren, wenn eine der vom Körper am dringendsten benötigten Substanzen auf die Zunge gegeben wird. Der Körper scheint regelrecht zu erkennen, was ihm fehlt, und scheint sich dann damit zu »bedanken«, dass die vorher häufig so schmerzhafte Anspannung des Muskels nun schmerzfrei und ungehindert möglich ist. Die genauen Wirkmechanismen dieses Vorgangs verstehen wir derzeit noch nicht; sicher wird die Forschung hierfür eine rationale Erklärung liefern können. Das Phänomen erscheint geradezu unglaublich, ist aber für den Patienten immer wieder äußerst eindrucksvoll und bringt ihn dann natürlich dazu, die getesteten Substanzen brav und regelmäßig zu nehmen. Dem Arzt und Untersucher zeigt die plötzliche Schmerzfreiheit durch die Gabe der richtigen orthomolekularen Substanz(en), wo »der Hase im Pfeffer liegt«.
Häufig lassen sich so viele oft lange Zeit nicht erfolgreich behandelbare Schmerzsyndrome und sogar wirkliche rheumatische Erkrankungen erfolgreich behandeln.